Das Duell. Brief an ein Haus: Als ich Dich das erste Mal sah, warst Du schon vom Leben gezeichnet. Müde lagst Du da unten auf dem Kiesplatz, eingegrenzt vom Wildbach und von der Sonne bis mittags abgeschirmt durch hohe, alte Bäume, die – als spärlicher Wald sich auf den umliegenden Hügeln fortsetzend – auch im Westen für frühe Abende sorgten. Wuchtig – aber eben verlassen lagst Du da; nur ein paar verstaubte Mehlsäcke standen herum; verräterische Spuren zeugten von Mäusen, und Spinnen hatten ausreichend Zeit gefunden für die Akrobatik ihres Netzebaues.
Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Ich konnte mir nicht vorstellen, je Heimat in Deinen Armen zu finden. Und dann ging man daran, Dich – aus welchen Träumen auch immer – aufzuwecken, instandzustellen, abschliessend gar Dich zu schmücken. Als ich Dich dann so in Deinem neuen Kleid sah, tat mir Dein Anblick weh – Du warst so ganz anders, als ich es mir vorgestellt o der heimlich gewünscht hatte. Ja, und dann kamen wir ganz zu Dir, richteten uns ein unter Deinem weitausladenden Dach. Wie oft habe ich Dich gehasst! Selten gelang es mir, Deine an mich gestellten Anforderungen zu erfüllen. …
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